Bei einer umfassenden Sanierung entscheidet die Reihenfolge über das Ergebnis. Wer Zahnersatz auf ein entzündetes Fundament setzt, macht ihn zweimal.
Etappe 1: Schmerzen und Akutes
Was wehtut, kommt zuerst — unabhängig vom Plan. Ein akuter Zahn wird versorgt, ein Abszess entlastet, eine scharfe Kante geglättet. Erst wenn Sie beschwerdefrei sind, lässt sich in Ruhe planen.
Etappe 2: Entzündungen zur Ruhe bringen
Die Entzündungsbehandlung ist das Fundament. Dazu gehören
- die systematische Parodontitisbehandlung, wenn der Zahnhalteapparat betroffen ist,
- Wurzelbehandlungen an Zähnen, die erhalten werden sollen,
- die Entfernung von Zähnen, die nicht zu retten sind,
- und die Einweisung in die häusliche Reinigung — ohne die hält nichts von dem, was danach kommt.
Am Ende dieser Etappe wird neu gemessen. Erst diese Befundevaluation entscheidet, ob es weitergeht. Das ist der Punkt, an dem manche Pläne sich ändern — meist zum Besseren, weil sich Zähne stabilisiert haben, die vorher fraglich waren.
Etappe 3: Chirurgie und Aufbau
Jetzt folgt, was Zeit zum Heilen braucht:
- Knochenaufbau, wo für Implantate zu wenig Knochen da ist
- Implantate setzen
- Weichgewebe korrigieren, wo es für die spätere Reinigung nötig ist
Diese Etappe lässt sich häufig in einer einzigen Sitzung zusammenfassen — auf Wunsch im Dämmerschlaf oder in Vollnarkose. Danach folgt die Einheilzeit; als Faustwert etwa drei Monate im Unterkiefer und vier bis sechs Monate im Oberkiefer, nach größerem Aufbau länger. Ausführlich steht das auf implantation.bio.
Etappe 4: Der endgültige Zahnersatz
Erst wenn alles verheilt ist, entsteht der endgültige Zahnersatz — Kronen, Brücken, Teleskope oder implantatgetragene Versorgungen. Er wird in unserem eigenen Labor im Haus gefertigt; das verkürzt die Wege bei Anproben und macht Korrekturen am selben Tag möglich.
Bei größeren Versorgungen arbeiten wir mit einer Anprobe im Mund, bevor endgültig fertiggestellt wird. Sie sehen und fühlen das Ergebnis also, solange sich noch etwas ändern lässt.
Etappe 5: Die Nachsorge
Eine Sanierung ist eine Investition, die gepflegt werden will. Ab jetzt gilt ein festes Kontrollintervall — bei parodontal vorbelasteten Patientinnen und Patienten enger, bei Implantatträgern lebenslang.
Das ist kein Anhängsel. Der häufigste Grund, warum eine gelungene Sanierung nach Jahren wieder zerfällt, ist die ausgelassene Nachsorge.
Wie lange dauert das insgesamt?
Ehrlich: Das hängt vom Befund ab. Als grobe Orientierung
- ohne Chirurgie: wenige Wochen bis drei Monate
- mit Implantaten ohne größeren Aufbau: etwa sechs bis neun Monate
- mit größerem Knochenaufbau: neun bis achtzehn Monate
Den größten Teil davon machen Heilungszeiten aus, in denen nichts passiert und Sie nicht in der Praxis sind. Wie Sie in dieser Zeit aussehen und essen, steht unter Die Zwischenzeit.
Video
Kurz erklärt – aus unserer Praxis
Die Videos geben allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung; Behandlungsverlauf und -ergebnis hängen von den persönlichen Voraussetzungen ab. Alle Videos sind untertitelt. Mehr in der Mediathek und auf Instagram.
